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Wien

Ai Weiwei

In Search of Humanity

16. März 4. September 2022 ALBERTINA modern

Ai Weiwei
Grapes, 2011
40 Holzstühle
Privatsammlung
Foto: Albertina, Wien / Lisa Rastl & Reiner Riedler © 2022 Ai Weiwei

Ai Weiwei
S.A.C.R.E.D. (i) S upper, 2013
1 von 6 Dioramen aus Fiberglas und Eisen
Courtesy of the artist and Lisson Gallery
Foto: Courtesy Ai Weiwei Studio and Lisson Gallery © 2022 Ai Weiwei


Ai Weiwei ist einer der bedeutendsten Künstler unserer Zeit, ein unermüdlicher Aktivist und
Kritiker autoritärer Systeme. Die ALBERTINA MODERN widmet ihm nun seine bislang
umfangreichste Retrospektive. In Search of Humanity befasst sich eingehend mit dem Aspekt der Menschlichkeit und der künstlerischen Stellungnahme in Ai Weiweis Schaffen. Schon seine frühesten Werke sind von der Auseinandersetzung mit seinem Heimatland China geprägt, wo er als Kind durch die Verbannung seines Vaters, des großen Dichters Ai Qing, die Auswirkungen der Kulturrevolution miterlebte. Als junger Mann im New Yorker East Village der 1980er-Jahre wurde er Zeuge und Dokumentarist der dortigen Protestbewegung. Zurück in Peking waren es die unmittelbaren Nachwehen des Massakers am Platz des Himmlischen Friedens, auf die er künstlerisch reagierte. Sein ausgestreckter Mittelfinger, den er bekannten Bauwerken als Repräsentationsobjekten der Macht entgegenhielt und damit Missstände anprangerte, wurde schließlich zu seinem Markenzeichen. Immer wieder sind es Machtstrukturen und die Mechanismen der Herrschaftsausübung, die der Künstler
thematisiert, sei es die Zerstörung von Kulturgütern als Ausdruck der eigenen Überlegenheit
oder die Ausübung von Manipulation, Zensur und Überwachung von staatlicher Seite.
Unablässig schaut er stets dort genauer hin, wo er Meinungsfreiheit und Menschenrechte in
Gefahr sieht bei Einschüchterungsmethoden der chinesischen Regierung, der Bedrohung
von Journalisten sowie politischen Aktivisten über die Proteste in Hongkong und die
massiven Restriktionen in Wuhan beim Ausbruch der Corona-Pandemie bis hin zur eigenen
Inhaftierung im Jahr 2011. Die aktuelle Situation Flüchtender auf der ganzen Welt betrachtet
Ai als die vielleicht größte globale humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, als enorme
Herausforderung für uns als solidarische Gesellschaft und sieht bei jedem und jeder
einzelnen von uns die Verantwortung, zu handeln.

Mit Ai Weiweis kulturellen Readymades, seinen Wandarbeiten, Skulpturen, Installationen,
Fotografien und zahlreichen Filmen bietet die Ausstellung einen beeindruckenden Überblick
über die mehr als vier Jahrzehnte währende Karriere des Künstlers und beinhaltet
Schlüsselwerke aus allen Schaffensphasen.

Mehr Information www.albertina.at/albertina-modern

 

Copyright Text: ALBERTINA modern


Face to Face Marc Quinn meets Franz Xaver Messerschmidt

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Marc Quinn, Emotional Detox II, 1995 (copyright Marc Quinn Studio) and Franz Xaver Messerschmidt, Character Head No.33, 1777/1783 (copyright Belvedere, Wien)

Image courtesy of Marc Quinn studio

Von Angesicht zu Angesicht: Mit seiner achtteiligen Werkserie Emotional Detox tritt der britische Künstler Marc Quinn den berühmten „Charakterköpfen“ des barocken Bildhauers Franz Xaver Messerschmidt gegenüber. Die Ausstellung im Oberen Belvedere präsentiert einen anspielungsreichen und überzeugenden Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und bedeutenden Werken aus der Sammlung des Museums. Messerschmidts Arbeit hat Quinn seit langem inspiriert, und die „Charakterköpfe“ haben die Entstehung von Emotional Detox direkt beeinflusst. Mehr Information www.belvedere.at

 

Copyright Text: Belvedere Wien


Edvard Munch

Im Dialog

Andy Warhol
Der Schrei (nach Munch), 1984
Siebdruck auf Lenox Museum Board
Mikkel Dobloug Foto: Kjell S Stenmarch, Grev Wedels Plass Auksjoner © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Licensed by Bildrecht, Wien 2021

Edvard Munch
Straße in Aagsgaardstrand, 1901
Öl auf Leinwand
Kunstmuseum Basel, Geschenk von Sigrid Schwarz von Spreckelsen und Sigrid Katharina Schwarz, 1979
Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler


18. Februar bis 19. Juni 2022

Die ALBERTINA widmet Edvard Munch (1863–1944) eine fulminante Frühjahrsausstellung 2022. Die umfassende Schau ist in mehrerer Hinsicht einzigartig: Über 60 Werke des norwegischen Künstlers zeigen das beeindruckende Oeuvre, welches für die moderne und zeitgenössische Kunst wegweisend ist. Dies beweisen sieben bedeutende KünstlerInnen der Gegenwart – allesamt Größen des 20. Jahrhunderts – die mit Munch in Dialog treten: Darunter Georg Baselitz, Andy Warhol, Miriam Cahn, Peter Doig, Marlene Dumas, Tracy Emin und Jasper Johns. Die von den KünstlerInnen selbst ausgesuchten Werkgruppen illustrieren eindrucksvoll den Einfluss Munchs auf die Kunst bis heute. Es sind Werke, die auf Munch Bezug nehmen, von ihm beeinflusst und in der Auseinandersetzung mit ihm entstanden sind.

Mehr Information www.albertina.at

 

Copyright Text: ALBERTINA Wien